Der Lack ist ab?

Jack wird dreißig. Ein Alter an dem man sagt, der Lack ist ab. Das bedeutet soviel wie: Nach 30 ist man weniger Spontan, man kann nicht mehr so agieren wie vor 30. Man kann nicht mehr so viel trinken wie mit 20, sodass ein Kater aushaltbar ist.  Doch es gibt natürlich auch Sprüche die dem entgegen setzen. Der Lack eines Autos besteht auf mindestens 5 Schichten.

Das ganze mal im Context:

  1. Vorbehandlung: Die Karosserie wird in verschiedene Phosphatsalzlösungen besprüht und getaucht. Es bildet sich eine kristalline Metall-Phosphat-Schicht.
  2. Grundierung: Auf das nackte Blech wird eine Korrosionsschutz-Grundierung aufgetragen, die zu einer sehr guten Haftung mit dem Blech führt und damit Korrosion verhindert oder zumindest verlangsamt. Durch elektrolytische Abscheidung können auch unzugängliche Ecken zuverlässig grundiert werden. (→ KTL-Harze)
  3. Füller: Der Füller hat die Aufgabe, Unebenheiten im Untergrund „aufzufüllen“, damit diese nicht anschließend in der sehr dünnen Decklackierung sichtbar werden. Der Füller wird nach dem Trocknen absolut glatt geschliffen. In den letzten Jahren setzen sich immer stärker Grundierfüller durch, die den Korrosionsschutz und die Füllaufgabe in einem Produkt vereinen. (→ Alkydharze)
  4. Basislack: Die farbgebende Schicht, heute in der Regel wasserlöslich und häufig mit Effektpigmenten z. B. Metallic, Perleffekt, farbwechselnden Effekten je nach Lichteinfall etc. versehen.
  5. Klarlack: Wird als letzte Schicht aufgetragen und schützt den gesamten Aufbau gegen mechanische, chemische und umweltbedingte Belastungen. (→ Acryl-Harze)

So steht es bei Wikipedia.(20.Mai 2017 14:40)
Wir gehen natürlich runter von der 5. Schicht bis hin zur ersten.
Wobei die Namen glaube ich leider nicht wirklich passen und natürlich unter der Premisse das es ein schönes Leben ist (Keine Scheidung oder ähnliches…)

Zu 5:
Wenn wir (mit 19 auf 20) die erste Schicht eingebüßt haben (Klarlack), dann hat man schon einige Kratzer hinter sich. Die ersten Mini Fakten kommen zum Vorschein, die ersten Haare fangen an zu ergrauen oder auszufallen. Wenn man wenig körperlich tut, merkt man das man nicht mal eben 10km mit dem Fahrrad zurück legen kann, ohne ausser Atem zu kommen.

Zu 4:
Der Basislack ist mit Anfang 30 gut zerkratzt. Vieles ist verheilt (Lackstift ect.), nachgebessert worden usw. Aber man hat durch die Kratzer und Macken einen Gewissen Charakter. Denn alles was man erlebt, formt einen. Man hat seine Art mit verschiedensten Dingen umzugehen. Die Schule ist Relativ lange her, aber man merkt, das man sich eventuell mehr oder länger hinsetzen sollte um weiter im Leben zu kommen.

Zu 3:
Der Füller passt sogar sehr gut zum Thema. Mit, sagen wir mal 40 Jahren, haben sehr viele ihr Leben aufgefüllt. Man hat in den Vorjahren ein Gerüst gebaut, dass das eigene Leben darstellt. Man füllt die Unebenheiten im Leben mit Frau, Familie, Hobbys die man sich mit der Zeit aufgebaut hat, Traditionen wie Sonntags immer Gemeinsam zu frühstücken. Der Füller lässt das Leben vollständig erscheinen.

Zu 2:
Da man mit der Zeit nun mal älter wird und man hat das Gefühl, die Zeit vergeht immer schneller, deshalb „springe“ ich mal 25 Jahre in die Zukunft, um die Grundierung besser zu erklären.
Mit 65 Jahren hat man im Grunde sein Rentenalter erreicht (Jaja, Jack und Co. dürfen bis 70 oder noch länger arbeiten, wenn die Fahrtrichtung so beibehalten wird…) Im Rentenalter hat man den größten und schwierigsten Teil des Lebens gemeistert. man Hat sein Leben stark gefestigt , quasi Grundiert. Man ist im Leben fest eingespielt. Die Grundierung ist die Festigung um das Schönste zu festigen. In der Rente kann man endlich tun und lassen was man will. Man muss nicht mehr Arbeiten (so sollte es sein) man kann endlich die Welt entdecken, sich mit den Liebsten treffen wann man will. Wenn es im 5 Uhr morgens ist, dann ist es halt um 5 Uhr morgens. Die Kinder sind aus dem Haus, und haben selbst Kinder. Man kann seine Enkel zu sich nehmen, mit denen Spass haben um nicht ganz so schief angeschaut zu werden, wenn man sich Lego holt. Alles Grundiert und schön.

Zu 1.
Ist leider etwas traurigeres. Die Vorbereitung ist das was man ab einem Gewissen alter im Hinterkopf haben sollte. Man ist alt, man plant seinen Abtritt. Eventuell sollte man eine Notarielle Verfügung haben, sodass man z.b. Die Maschinen abschaltet, wenn man nur noch durch diese Lebt oder das man niemals möchte das einem der Hintern abgeputzt wird. Oder wo man seine Ersparnisse hingibt. Oder oder oder. Ich bin noch zu Jung um zu wissen was man da alles reinschreiben will. Aber solche Gedanken kommen auf jeden Fall. Oder man schreibt einen Abschiedsbrief in dem man wichtige Dinge erläutert, für die man sich Schuldig fühlt. Die einen das ganze Leben verfolgt haben. Sodass man am Ende friedlich einschlafen kann, ohne mit den letzten Gedanken an etwas schlimmen zu hängen.

So stelle ich mir das Konzept dieses Spruches vor. „Der Lack ist ab!“ und natürlich die entsprechende Antwort.