Kiel?

Kiel und meine Reise alleine

 Der ALTE MANN

Also da bin ich mit meinem Bruder nach Kiel gefahren. Mehr oder weniger spontan. Er besucht seine Freundin und ich kann mir die Stadt und den Hafen anschauen.
Kalt ist es hier aber doch sehr schön. Die Stadt ist alt und man merkt den Steinen und wänden an, dass die Luft reich an Meersalz ist.
Der Geruch ist kaum anders als in der Heimat nur ein bisschen feuchter.

Das alleine Reisen

Das alleine Reisen ist so eine Sache, zwar bin ich weder wirklich weit von Zuhause weg noch ausserhalb meiner Landessprache. Aber ich fühl mich komischerweise recht frei. Ich muss mir gerade keine Gedanken machen, was ich als Nächstes machen möchte. Ich muss nicht wirklich auf die Uhr schauen, ausser einmal gegen halb 4 mit meinem Bruder und seiner Freundin gemeinsam Essen.
Ich habe zuerst bei einem Digitalem Kartenunternehmen nach Sightseeing Kiel gesucht und nur eine wirkliche Sache auf die schnelle gefunden, die ich eventuell sehen möchte. Ich bin nicht so der Typ Mensch, der dann unbedingt dieses und jenes sehen will, aber ich hab ja nun einmal gerade alle Zeit der Welt und alle Entscheidungsfreiheiten, die mir fast schon zu frei sind? Ja das hört sich sehr annormal an. Will der Mensch eingeschränkt sein? Spielen wir deshalb Spiele? Sind Spiele nicht etwas, womit man das Leben und seine Freiheiten einschränkt um durch Regeln einen Gewinn zu erziehlen? Egal… Ich schweife wie immer ab.

Das Sightseeing: Ich habe mich für einen Lokalen alten Leuchtturm entschieden. Die liegen ja bekanntlich am Wasser bzw Meer. Entschieden, und ab ins Auto. Mein Navigationssystem sagt mir 10 Minuten und nach 12 Minuten hatte ich sogar einen Parkplatz gefunden, der fast direkt am Turm war. Auf dem Weg im Auto wurde mir bewusst, das alleine Reisen eigentlich Scheisse ist. So richtig mist! Man hat niemanden auf den man achten muss, man muss nicht für 2 oder mehr Menschen denken und planen. Man kann machen was man will. Man da war ich kurz knapp hinter der Heulgrenze. Ja hinter, weil ein paar Tränen geflossen sind. Zu meiner Verteidigung: Ich laufe zur Zeit oft nah dieser Grenze, wieso auch immer. Winter- Müdigkeit?
Vor Ort ging es, Kopfhörer in die Ohren, Musik an, Welt aus. Schön! Der Leuchtturm war nicht so spektakulär, wie ich es erst hoffte, aber doch sehr schön. Beschreibung: Muss nicht sein, entweder kommst Du als Leser selber her oder schaust die das Foto hier an.

Drum rum gelaufen, die Schilder gelesen und ab weiter ans Wasser entlang. Hört sich abgehetzt an aber ich habe bestimmt 30 Minuten verschwendet, um mir den Turm und seine direkte Umgebung zu geben.
Kurze unterbrechung
Der Tee ist klasse! Scuba Garden bei
Der ALTE MANN 54°19’22″N 10°8’37″O

Am Wasser selber viele Menschen, viele alte Menschen (ich bin 27 und die sind wahrscheinlich im Rentenalter) außer ein Mann und wahrscheinlich sein junger Sohn (geschätzt 36 & 4).
Am Wasser selber viele Menschen, viele alte Menschen (Ich bin 27 und die sind wahrscheinlich im Rentenalter) außer ein Mann und wahrscheinlich sein junger Sohn (geschätzt 36 & 4).
Er zeigt dem kleinen, wie man Steine titscht, also so über das Wasser springen lässt. das klappt beim Vater erstaunlich gut, obwohl hier am Meer viele kleine Wellen sind. An einem beruhigten See kommt er wahrscheinlich bis auf die andere Seite so an die 60 Titscher. Hier hat er immerhin 6 bis 8 geschafft. Glück oder können?
Schöner Anblick. Weiter gelaufen und die Sonne genossen. Endlich mal ruhe. Nach knapp einer Stunde bin ich dann zurück zu meinem Auto gelaufen und weiter gefahren. Der Gedanke das auch Mal zu machen, also mit meinem Sohn irgendwann vielleicht mal so etwas zu unternehmen finde ich schön aber gerade noch nicht in sicht.
Hmm was mache ich als Nächstes, Altstadt?
Okay, Navi an und ab geht’s. Nach 20 Minuten fahren (inklusive Parkplatz suche) hab ich die Altstadt erreicht.
Richtig untypisch für mich: Ich war sogar hier in der Kirche. Wieso? Einmal wurde ich auf dieses Gebäude aufmerksam, weil eine Dame vor der Tür bettelte. Ich las das Schild:
„Komm ruhig rein, Spreche, wenn du zu sprechen hast und ….“.. Beim Schreiben fällt mir auf, ich hab den Rest vergessen… Jedenfalls bin ich ganz leider eingetreten. Auf der Türschwelle habe ich die Musik pausiert und die Kopfhörer in den Jackenausschnitt gesteckt. Innen war es sehr ruhig, schön frei, nicht zugestellt und angenehm. Komisch, ich hab gar kein Feuer gefangen. Ist die Kirche entweiht? Spass bei Seite, ich bin nicht so dicke mit dem ganzen Glaubenskram. Geschichten sind es, aber für alles andere bin ich wohl zu skeptisch.
Alles angeschaut und nach 10 Minuten war ich wieder draussen. So und nun ging es darum, die Stadt zu erkunden. Nach der Einkaufsstraße bin ich irgendwann zu nem See gekommen, vorher einen Schönen Platz mir einer genialen Rehling, ein Studentenkaffee mit ENDLICH MENSCHEN IN MEINEM ALTER (ich musste nur Pinkeln und bin dann wieder raus). An dem See hat mein Bruder sich gemeldet, wann ich Lust hab zu Mittag zu essen. Meine Antwort: „Wann Ihr beiden möchtet, ich hab gefrühstückt.“ Dann haben wir halb 4 abgemacht. Mein Bruder und ich vergessen das Essen und Trinken. Ohne entsprechende Werbung von allen Seiten und andere Menschen um uns herum (in dem Fall seine Freundin), würden wir wahrscheinlich nichts zu uns nehmen, bis uns die Kopfschmerzen um den Verstand brächten.
Altstadt gesehen, für schön und gut befunden und was jetzt? Ich geh mal Richtung Hafen am Wasser. Da sind Piere, wo ich schön bis über das Wasser laufe. Ein Foto von dem mit Stickern beklebtem !“§$%&/ und dann gemütlich hinsetzen und dem Rauschen und Plätschern des Wassers unter den Holzplanken zuhören. Ja die Kopfhörer hatte ich seit Betreten des Hafenbereiches raus genommen. Nein nicht vor der Kirche, nach der Kirche hab weiter Musik gehört. Die Stadt war mir mit den ganzen Autos zu nervig. Ich sprach einen Mann, der auf der Bank nebem mir saß, an und fragte ihn, wo ich unbedingt hin müsste, da ich nur 2 Tage vor Ort bin. Er schlug mir mehrere Museen vor, und ein Café direkt an der Ecke eines Museums. Ich bedankte mich und stiefelte zu diesem Museum. Es hatte leider zu.

Nicht wegen des Feiertages, sondern wegen einem „Groß“ Umbau. ->okay… das Gebäude und dieser große Ausstellungsbereich hatte von außen gesehen, ca. 60qm<- Egal, mein Akku von Handy ist wegen der Fotos und der ganzen Musik, runter auf 20%. Gut, ich kann hier im Café mein Laptop aufstellen und schreibe bis jetzt diesen Text. Das schreiben entspannt gerade unheimlich. Ich trinke einen leckeren Tee und jetzt gerade einen doppelten Espresso. Man der ist wirklich lecker. Draussen sehen ich den blauen Himmel, das Meer mit den Pieren und manche Hunde die hier mit den Herrchen spazieren gehen. Viele der Hunde so scheint es schauen mich durch die Scheibe an und fangen an zu hecheln. Das sieht oft so aus als ob die Hunde mich anlächelt. 😉 SCHÖN! TOLL! EINFACH HAMMER!
Ist es das, was das alleine Reines ausmacht? Die freie Entscheidungsmöglichkeit, das Genießen mit allem langsam im Einklang zu geraten? Oder einfach nur das mitzubekommen von dem, was einem alleine auffällt. Ob ich verrückt werde/bin ist erst mal egal. Mein Handy ist auf über 90% geladen, mein Laptop Akku ist zu einem Drittel geleert und jetzt speichere ich diesen Text und packe mein Laptop ein. Bis dem nächst.

-Danke und viel Glück

 

 

EDIT
Fotos Poste ich zu älteren geschichten nicht mehr nachträglich… Bis ich die Wiedergefunden habe ist 2090 und ich werde 100 Jahre alt… NEeeNEee